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19.03.2009, 16:33 Uhr | Übersicht | Drucken
Berlin-Brandenburg: U-Bahn-Schläger von Haselhorst stellen sich

34jähriger Familienvater lag zwei Monate in Reha-Klinik



Rund zweieinhalb Monate nach einem brutalen Überfall in der Berliner U-Bahn haben sich die vier mutmaßlichen Täter jetzt der Polizei gestellt. Sie sollen einem Haftrichter vorgeführt werden. Parallel dazu ereignete sich jedoch ein erneuter Übergriff in einem Bus der BVG.

Am 31. Dezember hatten die vier jungen Männer einen Familienvater in der U-Bahn offenbar aus Spaß zusammengeschlagen. Der 34-Jährige hatte gegen 1 Uhr 30 auf einer Bank des Bahnhofes gesessen, als sich ihm nach und nach vier Männer näherten und ihm abwechselnd gegen den Kopf schlugen. Zuvor waren die Schläger aus einem Zug der Linie U 7 ausgestiegen, der in Richtung Rudow unterwegs war. Der 34-Jährige erhob sich nach den Schlägen offensichtlich unter Schmerzen und bewegte sich aus dem von der Kamera erfassten Bereich.

Dumm für die Schläger: sie waren von einer Überwachungskamera erfaßt worden und standen seither auf der Berliner Fahndungsliste. Nicht zuletzt, da sich seit Jahren die Gewaltorgien im Nahverkehr der Hauptstadt häufen. In der Aufmerksamkeit ganz oben standen dabei zuletzt die Übergriffe auf Busfahrer, doch auch Fahrgäste können sich in den Verkehrsmitteln der BVG zunehmend zumindest subjektiv nicht mehr sicher sei. Kein Wunder, daß eine Informationsveranstaltung zum Thema „Sicherheit in Haselhorst und Siemensstadt“ am vergangenen Montag unter großer öffentlicher Beteiligung stattfand.

„Es ist Aufgabe des Senats hier der Gewaltspirale entschieden entgegenzutreten und die Polizei mit den notwendigen finanziellen Mitteln auszustatten, um der Gewalt Einhalt gebieten zu können!“, nutzte denn auch die oppositionelle CDU den Fall zu einem Angriff auf die Landesregierung. Von dieser war tatsächlich bislang kein ernst zu nehmendes Wort zu der Gewaltorgie von Haselhorst hörbar. Immerhin hatte der Familienvater dabei so schwere Verletzungen erlitten, daß er zwei Monate in einer Reha-Klinik zubringen mußte. Wie es ihm gegenwärtig geht, ist unbekannt.

Derweil sich die vier Täter – die mit ihren 16 bis 18 Jahren vermutlich einer Verwarnung oder eine Handvoll Sozialstunden erhalten werden – der Polizei stellten, ereignete sich in Tiergarten der nächste Zwischenfall. Als ein Busfahrer am Dienstagabend von der Haltestelle in der Potsdamer Straße abfahren wollte, vernahm er einen lauten Knall. Im Abstellbereich für Gepäck und Kinderwagen war die Scheibe komplett gesplittert. Auf der Fahrbahn lag ein Stahlstück, mit welchem vermutlich die Scheibe zerstört wurde. Die zirka 20 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon, der Busfahrer erlitt ein Knalltrauma und trat vom Dienst ab.


Quelle: Berliner Umschau vom 19.03.2009



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